Landwirt des Monats

Demeter-Hof Familie Striffler

Der Demeter-Hof der Familie Striffler liegt dicht an der Landesgrenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern auf der Hochfläche (325m) zwischen Taubertal und Maintal, in der Mitte der Linie Würzburg-Rothenburg o.d. Tauber. Herr Otto Striffler, der Betriebsleiter, berichtet über die Arbeit und das Leben auf dem Hof:

"Wir befinden uns am Südrand eines fruchtbaren Ackerbaugebietes mit Löslehmböden, bei gleichzeitig knapper Niederschlagsmenge (550mm/Jahr). Der Betrieb ist von der Größe (24ha Eigentum) und seiner Lage typisch für die ursprüngliche Struktur unserer Region (Klein u. Mittelbäuerlich). Gegenwärtig können wir uns mit ca. 10ha Pachtfläche vergrößern. Wir haben immer um die 45 Rinder inklusive ca. 20 Milchkühe und einem Bullen. Zudem halten wir um die 50 Mastschweine. Die Arbeit mit den Tieren erfordert sehr viel Feingefühl und setzt von uns voraus, dass wir uns nicht nur auf den Rhythmus der Jahreszeiten einlassen sondern auch auf den der Tiere. Landwirtschaft im Allgemeinen und speziell die Arbeit in der Biologisch-dynamischen Landwirtschaft erfordert die Fähigkeit sich auf Situationen einzulassen und diese zu leben."

"Außerlandwirtschaftliche Arbeitsplätze in Gewerbe und Industrie sind in unserem strukturschwachen Raum nur sehr begrenzt vorhanden. Die Landwirtschaft ist noch der dominierende Wirtschaftszweig. Wir als Betriebs-leiterehepaar, Jahrgang 1949 und 1950, wurden schon in den frühen 70er Jahren mit der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsweise und ihrem geistigen Ursprung, der Anthroposophie bekannt. Die Übernahme des elterlichen Betriebs, Umstellung auf Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise und Familiengründung lagen eng beieinander. Trotz konventioneller Ausbildung (Meisterprüfung) des Betriebsleiterehepaares kam eine Bewirtschaftung des Betriebes im üblichen System nie in Frage. Natur- und geistgemäße Landwirtschaft wird aus tiefster Überzeugung betrieben. Trotz anfänglicher Skepsis und Widerstände seitens der Eltern und der Umgebung war für uns ganz klar, dass nur dies unser Weg sein kann. Wir waren so begeistert etwas tun zu können was uns die Möglichkeit gab im Einklang mit Natur und Mensch zu arbeiten und zu leben. Ich bin immer wieder Dankbar und Zufrieden dies jeden Tag aufs neue tun zu können."

"Von den 7 erwachsenen Kindern haben mehrere Interesse an der Landwirtschaft mit teilweise schon abgeschlossenen Berufsausbildungen. Die Übertragung der Betriebsführung und der Verantwortung hat als Prozess begonnen und wird sich in alles Ruhe in den nächsten Jahren weiterentwickeln. Wir freuen uns, dass unsere Arbeit von der jüngeren Generation Geschätzt wird und als Zukunftschance gesehen wird. Unser Betrieb ist nun seit mehreren Jahrzehnten für seine vorbildliche Bewirtschaftung bekannt. Die Vielseitigkeit unseres gut eingerichteten Betriebsorganismus ist die Grundlage für hohes Ertragsniveau und damit Wirtschaftlichkeit mit ausreichend Einkommen für unsere Großfamilie ohne andere Zuverdienstquellen. Der Zusammenhalt in der Familie lässt uns immer wieder den Arbeitsreichtum unserer Wirtschaftsweise bewältigen. Da wir alle Arbeitsprozesse in unserem Betrieb integriert haben ist die Arbeit auf dem Hof eine sehr abwechslungsreiche und erfüllende Tätigkeit die mehr als „Arbeit“ ist.


"Seit nunmehr 3 Jahrzehnten werden fast durchgehend Lehrlinge und PraktikantInnen erfolgreich ausgebildet. Die Arbeit auf dem Hof ist für viele eine neue Erfahrung, da die Arbeit mit Tieren etwas ganz besonderes ist. An unseren Lehrlingen und PraktikantInnen begeistert mich immer wieder, dass sie einen enormen Willen zur Veränderung, zum Positiven und zum „Gestallten wollen“ haben."

"Die Qualität bezieht sich nicht nur auf das äußere Erscheinungsbild sondern auch auf die innere Qualität der Produkte. Wir freuen uns immer wieder, dass unsere Arbeit von unsern Kunden bestätigt und geschätzt wird. Seit der Gründung von Demeter-Felderzeugnisse GmbH bin ich Mitglied und seit 2 Jahren auch im Vorstand. Für uns ist es eine sehr wichtige Einrichtung, da wir dadurch die Möglichkeit haben uns auf den Anbau konzentrieren zu können. Wir bauen in der Regel Möhren, Rote Beete und Kartoffeln für Demeter-Felderzeugnisse GmbH an. Dies geht dann in die verarbeiteden Produkte wie Möhrensäfte, Möhrenstifte für die Gastronomie oder Pommes  und andere Kartoffelprodukte die im Naturkostladen erworben werden können. Die verschiedenen Standbeine gewährleisten uns eine stabile finanzielle Grundlage auf der wir die Arbeit auch in der nächsten Generation weiterführen können."

"Trotz unseres dünn besiedelten und rein ländlichen Umlandes haben wir den Schritt zu einem Hoflanden gewagt um unseren Kunden zusätzlich zu unseren eigenen Produkten eine breite Palette an Bionahrungsmitteln anbieten zu können. Der nächste Entwicklungsschritt wird eine schrittweise Aussiedlung unserer Viehhaltung sein, um aus beengter Hoflage in Ortsmitte heraus-zukommen. Auf einem Aussengrundstück, auf welchem sich bereits ein artgerechter Mastschweinestall befindet, ist nun ein Laufstall für Jungvieh und Mutterkühe mit Option zur Weidehaltung in Planung."

"Im März wurde ich 60 Jahre alt und wenn ich zurück blicke bin ich sehr zufrieden zusammen mit meiner Familie diese Arbeit getan zu haben. Ich hätte mir keine andere Lebensaufgabe vorstellen können."

Quelle: Otto Striffler