Thema des Monats

Schneller als die Schnecken

„Die mögen alles“, meint Herr Förster aus dem hessischen Ried, „die sind im Salat, an den Kohlrabi und auch am frischen Basilikum haben sie schon genascht.“ Gemeint sind damit die Schnecken. Sonst eher für ihre langsame Fortbewegung bekannt, fordern sie von den Bauern oder Gärtnern eher eine schnelle Reaktion. „Im Hausgarten kann man Bretter auslegen, unter denen sie sich tagsüber verkriechen. Da verstecken sich die Tiere gerne darunter, denn sie sind nachtaktiv. Am nächsten Tag können sie dann vom Brett abgelesen werden“, berichtet der DEMETER-Landwirt. Wegen des nassen Wetters sind nach Ansicht von Herrn Förster viele Schnecken unterwegs die in irgendwelchen Ritzen hausen.

Ein andere Möglichkeit, Schnecken vom Gemüse fern zu halten ist, sie abzusammeln. „Wenn man die gesammelten Tiere dann mit heißem Wasser übergießt, ergibt das mit der Zeit eine furchtbar stinkende Brühe, die man nach einem Tag ausspritzen kann. Die mögen die Schnecken meistens nicht“, erzählt Herr Förster aus seinem Erfahrungsschatz. „Allerdings muss man da aufpassen, dass einem dabei nicht selbst schlecht wird“, fügt er schmunzelnd hinzu. Diese Methode erscheint etwas grob, ist aber eine gute Möglichkeit des biologischen Pflanzenschutzes. Zusätzlich hilft den Bauern, wenn sie um die Beete Sägespäne oder Kalk streuen, so dass die Schädlinge gar nicht erst in den Garten kommen. Mit Kalk versucht auch Stefan Becker die Schnecken vom Gemüse fernzuhalten. „Man kann natürlich Bierfallen aufstellen, aber ich habe schon gehört, dass betrunkene Schnecken noch mehr fressen“, scherzt der DEMETER-Gärtner aus der Nähe von Aschaffenburg. Sein Kollege Herr Förster stellt ebenfalls keine Schälchen mit Bier auf, da dies auf Dauer etwas kostspielig wäre.

Mit der Natur arbeiten

Es zahlt sich aus, mit und nicht gegen die Natur zu arbeiten. Die DEMETER-Landwirte fördern durch organischen Dünger und Wechselanbau die Wachstumsbedingungen im Naturhaushalt. Unsere Kulturpflanzen behalten dadurch ihre natürliche Widerstandskraft und ihre Unempfindlichkeit gegenüber Seuchen und Schädlingen. Wenn das Gleichgewicht in der Natur in Ordnung ist, haben die Schädlinge auch ihre Gegner.
So ist es für den Bauern oder Gärtner durchaus vorteilhaft, wenn ab und zu ein Igel durchs Gemüse streift. Das Stacheltier mag nämlich Schnecken und anderes Ungeziefer. Das gleiche gilt für Kröten, die sehr gerne Blattläuse fressen. Auf Blattläuse haben es beispielsweise auch die hübschen Marienkäfer abgesehen. Hundertfüßler fressen Schneckeneier und unterstützen damit die Arbeit des Gärtners.

Auf diese natürliche Unterstützung vertraut auch Michael Förster aus dem hessischen Ried: “Wir machen nichts gegen Schnecken und Läuse. Unsere häufige Bearbeitung mögen sie nicht. Wenn die mal ein paar Salatköpfe abfressen, bereitet mir das wenig Sorgen.“ Da gibt es andere unschöne Dinge, die zur Verringerung des Ertrags beitragen. „In letzter Zeit halten ab und zu Leute und klauen einfach Gemüse“, berichtet DEMETER-Bauer Förster. Dagegen helfen natürlich weder Kalk noch Sägespäne oder Bier.

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